3.3.4 Reuse-Management

Um den Grundsätzen der Abfallvermeidung zu genügen (vgl. § 6 Abfallhierarchie), wird die Nachnutzung der Informationstechnik (Server und Speichergeräte) nach Nutzungsende im Rechenzentrum angestrebt. Informationstechnik, die das Rechenzentrum verlässt, darf nicht verschrottet oder zerstört werden. Es muss ein Verfahren für das sichere Löschen von Daten und eine vertragliche Vereinbarung mit einem Abnehmer zum Refurbishment (Wartung und Wiederaufbereitung) vorliegen. Dafür kommen sowohl eine unentgeltliche Abgabe an gemeinnützige Einrichtungen als auch die entgeltliche Abgabe an professionelle Wiederaufbereiter (z.B. der Hersteller) in Frage.

Ausnahme: Datenträger, für die kein zerstörungsfreies, sicheres Löschverfahren existiert, das die Anforderungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllt und die vertrauliche Informationen („Verschlusssachen“) gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum materiellen Geheimschutz (Fundstelle: GMBl. 2018 Nr. 44–47, S. 826) oder anderweitige sensible Daten enthalten, sind von dieser Anforderung ausgenommen.

Nachweis:

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag, nennt  im Energieeffizienzbericht die Verfahren zur sicheren Datenlöschung und gibt Auskunft über die vertragliche Vereinbarung mit einem oder mehreren Abnehmern zum Refurbishment. Wird die Ausnahme in Anspruch genommen, so muss der Antragsteller gegenüber dem Auditor darlegen, dass kein vom BSI zugelassenes zerstörungsfreies, sicheres Löschverfahren existiert. Der Auditor muss die Plausibilität dieser Begründung prüfen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Um den Grundsätzen der Abfallvermeidung zu genügen (vgl. § 6 Abfallhierarchie), wird die Nachnutzung der Informationstechnik (Server und Speichergeräte) nach Nutzungsende im Rechenzentrum angestrebt. Informationstechnik, die das Rechenzentrum verlässt, soll überwiegend nicht verschrottet oder zerstört werden. Es muss ein Verfahren für das sichere Löschen von Daten und eine vertragliche Vereinbarung mit einem Abnehmer zum Refurbishment (Wartung und Wiederaufbereitung) vorliegen. Dafür kommen sowohl eine unentgeltliche Abgabe der ausgemusterten Technik an gemeinnützige Einrichtungen als auch die entgeltliche Abgabe an professionelle Wiederaufbereiter in Frage.

Ausnahme:

Sofern rechtlichen Anforderungen das physische Zerstören von Speichermedien zur Löschung besonders sensibler Daten erfordern, muss die oben genannte Anforderung für die davon betroffenen Speichermedien nicht erfüllt werden.

Nachweis:

Die Dokumentation des Verfahrens zur sicheren Datenlöschung und die Vereinbarung mit einem Abnehmer zum Refurbishment müssen dem Auditor vorgelegt werden.

3.3.3 Mindestauslastung von Servern

Die im Rechenzentrum eingesetzten Server müssen im Durchschnitt über einen Zeitraum von 12 Monaten eine mittlere CPU-Auslastung von mindestens 20 Prozent erreichen.

  • ITEUSV ≥ 20%

Der Wert IT Equipment Utilization for Servers (ITEUSV) muss gemäß der Norm ISO/IEC 30134-5 (Information technology – Data centres – Key performance indicators – Part 5: IT Equipment Utilization for servers (ITEUsv)) oder gleichwertig bestimmt werden.

  • ITEUSV(t): mittlere Auslastung aller Server in einem RZ zum Zeitpunkt t
  • N: Anzahl der Server in einem RZ oder in einer Gruppe, die zum Zeitpunkt t eingesetzt wird
  • CUSi(t): CPU-Auslastungsgrad des Servers i zum Zeitpunkt t in Prozent

Hinweis: Diese Kennzahl lässt sich bei geringer Auslastung des Rechenzentrums insbesondere dadurch erreichen, indem N verringert wird. Dies geschieht, wenn Last konsolidiert wird und Server abgeschaltet bzw. in einen energiesparenden Sleep-Modus versetzt werden.

Ausnahme: Von der Erfassung des ITEUSV-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese neuen Rechenzentren können den ITEUSV auch ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme messen. Der Messzeitraum muss dabei mindestens 1 ganzen Monat betragen.

Nachweis:

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die mittlere CPU-Auslastung der Server ITEUSV im Energieeffizienzbericht.
Wird von der Ausnahme bei Antragstellung Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des ITEUSV für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Die im Rechenzentrum eingesetzten Server müssen im Durchschnitt über einen Zeitraum von 12 Monaten eine mittlere CPU-Auslastung von mindestens 20 Prozent erreichen.

ITEUSV ≥ 20%

Der Wert IT Equipment Utilization for Servers (ITEUSV) muss gemäß der Norm ISO 30134-5 (Information technology – Data centres – Key performance indicators — Part 5: IT Equipment Utilization for servers (ITEUsv) oder gleichwertig bestimmt werden.

  • ITEUSV(t): mittlere Auslastung aller Server in einem RZ zum Zeitpunkt t
    • N:  Anzahl der Server in einem RZ oder in einer Gruppe, die zum Zeitpunkt t eingesetzt wird
    • CUSi(t): CPU-Auslastungsgrad des Servers i zum Zeitpunkt t in Prozent

3.3.2 Monitoring der IT-Last

Um einen effizienten Betrieb der Informationstechnik zu gewährleisten, muss ein Verfahren zur Überwachung der IT-Auslastung implementiert sein. Das Rechenzentrum muss über ein Monitoring der IT-Last verfügen, das folgende Datenreihen erhebt:

  • Für alle Server: Mittlere CPU-Auslastung je Server gemittelt jeweils über einen Monat.
  • Für alle Speichersysteme: Mittlere Speicherplatzbelegung je Speichersystem gemittelt jeweils über einen Monat.

Alle Datenreihen sind über die Laufzeit der Zeichennutzung fortzuführen und bei Neubeantragung im Abschlussbericht dem Auditor gegenüber nachzuweisen.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1, beschreibt im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 das Verfahren zur Überwachung der IT-Auslastung und legt dort beispielhafte Datenreihen für mittlere CPU-Auslastung und mittlere Speicherplatzbelegung vor. Während der Vertragslaufzeit führt der IT-Betreiber die Datenreihen fort und legt diese am Ende der Vertragslaufzeit zusammen mit dem Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation in aggregierter Form (z.B. Mittelwerte über alle Server und Speichersysteme) vor.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Um einen effizienten Betrieb der Informationstechnik zu gewährleisten, muss ein Verfahren zur Überwachung der IT-Auslastung implementiert sein.

Das Rechenzentrum muss über ein Monitoring der IT-Last verfügen, das folgende Datenreihen erhebt:

  • Für alle Server: Je Server die mittlere CPU-Auslastung über einen Monat.
  • Für alle Speichersysteme: Je Speichersystem die mittlere Speicherplatzbelegung über einen Monat.
  • Für repräsentativ ausgewählte Server: jeweils eine typische Wochenkurve der CPU-Auslastung auf Basis von Stundenwerten.
  • Für repräsentativ ausgewählte Server: jeweils die Kennzahl der im Idle-Modus verbrauchten Energie (Server Idle Coefficient, SIC) über einen Monat. 

Alle Datenreihen sind über die Laufzeit der Zeichennutzung fortzuführen und bei Neubeantragung im Abschlussbericht dem Auditor gegenüber vorzulegen.

Nachweis

Die Datenreihen sind in Anlage 2f „IT-Monitoring für IT-Betreiber“ zu dokumentieren. Der Antragsteller erklärt gegenüber dem Auditor die Datenerfassung der CPU-Auslastung und das Zustandekommen des Kurvenverlaufes der Wochenkurve. Der Mittelwert aus mindestens vier Wochenkurven gilt als typisch. Der IT-Betreiber begründet gegenüber dem Auditor die Auswahl der Server, auf denen der SIC gemessenen wurde, und das Zustandekommen der Zahlenwerte.

Server Idle Coefficient

Die im Idle-Modus verschwendete Energie, der Server Idle Coefficient (SIC), wird erstmals im Whitepaper von Harryvan [1] vorgestellt. Dieser wird folgendermaßen definiert:

Dabei sind Eidle die Energie, die der Server im Idle Modus verbraucht, und EServer die gesamte Energieaufnahme im gleichen Messintervall. Um Eidle bestimmen zu können, benötigt man eine Messreihe der CPU-Auslastung und der Energieaufnahme des Servers mit jeweils einem Zeitstempel.

Beispiel einer Datenreihe zur Bestimmung von Eidle

ZeitstempelCPU %Power [W]
28/05/2020 12:1624,16364
28/05/2020 12:3128,2359
28/05/2020 12:4653,57408
28/05/2020 13:0124,54351
28/05/2020 13:1624,43356
28/05/2020 13:3128,85372
28/05/2020 13:4635,7377
28/05/2020 14:0145,36392
28/05/2020 14:1629,22367
Quelle: Harryvan (2021)

Während EServer einfach die Summe der Leistung mal der Länge des Messintervalls ist

berechnet sich Eidle wie folgt:

Dabei gilt:

  • n ist die Nummer des Messintervalls,
  • CPU(n) ist die zum Zeitpunkt n gemessene CPU-Auslastung
  • Pidle ist die Energieaufnahme im Idle-Zustand
  • t(n) ist die Länge des Messintervalls
  • N ist die Anzahl an Messungen.

Pidle kann über zwei Wege bestimmt werden.

  1. Gibt es ein Messintervall, in dem die CPU-Auslastung unter 1% lag, so kann die gemessene Leistung in diesem Intervall als Pidle angesehen werden.
  2. Die lineare Extrapolation der gemessenen Leistungen als Funktion der CPU-Auslastung nach 0% CPU-Auslastung ist P Diese Methode ist in folgender Abbildung zu mit den Beispielzahlen aus vorheriger Tabelle zu sehen. In diesem Beispiel ist Pidle = 316 W.

Die Empfehlung von Harryvan zur Länge des Messintervalls ist 1 Minute bis 1 Stunde mit einer minimalen Messdauer von einer Woche, sodass Tages- und Wochenverläufe der Serverauslastung registriert werden können.

[1] https://www.iea-4e.org/wp-content/uploads/2021/10/Server-Idle-Coefficients-FINAL-1.pdf

3.2.13 Neuanschaffungen während der Vertragslaufzeit

Sollen Komponenten der technischen Gebäudeausrüstung verändert, ausgetauscht oder neu angeschafft werden, ist vorher sicherzustellen, dass alle Vergabekriterien des vorliegenden Umweltzeichens weiterhin eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für folgende Vergabekriterien:

  • PUE ≤ 1,3 (≤1,5 bzw. ≤1,6) (vgl. Abschnitt 3.2.6.3)
  • CER > 8 (vgl. Abschnitt 3.2.8)
  • SF6-freie Schaltanlagen (vgl. Abschnitt 3.2.11)
  • Halogenfreie Kältemittel (vgl. Abschnitt 3.2.9)

Neu angeschaffte Komponenten und deren wesentliche Eigenschaften müssen in der Inventarliste Kältetechnik und Energieversorgung (vgl. Abschnitt 3.2.3) dokumentiert werden.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1, führt während der Vertragslaufzeit die Inventarliste Kältetechnik und Energieversorgung fort und legt diese am Ende der Vertragslaufzeit zusammen mit dem Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation vor (vgl. Abschnitt 3.1.3).


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Sollen technische Komponenten verändert, ausgetauscht oder neu angeschafft werden, ist vorher sicherzustellen, dass alle Kriterien weiterhin eingehalten werden. Besondere Sorgfalt ist bei Komponenten des Kühlsystems und der USV-Anlage geboten.

  • Monitoring
  • SF6-freie Schaltanlagen
  • Halogenfreie Kältemittel
  • CER > 8
  • PUE ≤ 1,3 (≤1,5 bzw. ≤1,6)

Nachweis

Die Dokumentation des Einkaufprozesses, seiner Kriterien und Verantwortlichkeiten werden dem Auditor vorgelegt und erklärt.

3.2.11 Elektrische Schaltanlagen

Hoch-, Mittel- und Niederspannungs-Schaltanlagen, die nach dem 1.1.2023 installiert wurden, dürfen nicht das stark treibhauswirksame Gas Schwefelhexafluorid (SF6) als Isoliermedium enthalten.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Mittelspannungs- und Niederspannungs-Schaltanlagen, die nach dem 1.1.2023 installiert wurden, dürfen nicht das stark treibhauswirksame Gas Schwefelhexafluorid (SF6) als Isoliermedium enthalten.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung.

3.2.6.3 Beratungsangebot zu Energieeinsparmöglichkeiten

Der RZ-Dienstleister muss seine IT-Kunden über Möglichkeiten der Energieeinsparung informieren und bei deren Umsetzung unterstützen. Hierzu muss er seinen Kunden bzw. Vertragspartner entsprechende Informationen anbieten (z.B. Informationsbroschüren, Workshops, Video-Tutorials usw.).

Nachweis

Der Antragsteller beschreibt im Energieeffizienzbericht in Anlage 2, welche Informationsangebote er seinen IT-Kunden macht.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Der RZ-Betreiber muss seine Kunden (IT-Betreiber) zu Möglichkeiten der Energieeinsparung informieren und bei deren Umsetzung unterstützen. Hierzu muss er seinen Kunden jährlich ein entsprechendes Beratungsangebot anbieten (z.B. zur Integration der IT in den Blauen Engel, Optimierung der Kühllast etc.).

Nachweis

Der Antragsteller beschreibt, welche Angebote zur Beratung er seinen Kunden macht.

3.2.6.2 Finanzielle Anreize zum Energiesparen

Die Abrechnung der RZ-Dienstleistung gegenüber IT-Kunden, muss so gestaltet werden, dass für den Kunden bzw. Vertragspartner ein Anreiz besteht, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und die eingesetzten Geräte möglichst energieeffizient zu betreiben.

Für IT-Kunden ab einer elektrischen IT-Spitzenlast von 5 Kilowatt muss ein Preismodell angeboten werden, das folgende Einzelkriterien einhält:

  • Die Abrechnung der Dienstleistung muss einen Preisbestandteil enthalten, der von der Höhe des Stromverbrauchs abhängig ist.
  • Der im verbrauchsabhängigen Preismodell angesetzte Strompreis darf nicht unter dessen Einkaufspreis liegen.
  • Es darf weder eine Mindestabnahmemenge noch eine pauschale Freimenge an elektrischer Arbeit [kWhel] vereinbart werden.

Hinweise zur möglichen Gestaltung dieser Preismodelle befinden sich im Anhang A.2.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt, dass die Verträge mit IT-Kunden, die eigene IT im Rechenzentrum ab der oben genannten Leistungsgrenze betreiben, die Einzelkriterien erfüllen. Gegenüber dem Auditor legt der Antragsteller die entsprechenden vertraglichen Konditionen dar.


A.2 Hinweise zu möglichen Preismodellen mit Anreiz zur Energieeinsparung

Verbrauchsabhängiges Preismodell

  • Anforderung: Die Abrechnung der Dienstleistung muss einen Preisbestandteil enthalten, der von der Höhe des Stromverbrauchs abhängig ist.

Die gegenüber dem Kunden abgerechneten Kosten sollen einen variablen Kostenanteil enthalten, der bei steigendem Stromverbrauch durch den Kunden ebenfalls ansteigt. Dies könnte beispielsweise durch eine Kombination aus pauschal abgerechneten Fixkosten und einem lineare steigenden Verbrauchanteil erfolgen, wie in nachfolgender Formel exemplarisch dargestellt:

Abgerechnete Kosten [€] =

Pauschale Fixkosten [€] + StromverbrauchKunde [kWhel] * Verbrauchspreis [€/kWhel]

Die abgerechneten Kosten können auch andere variable Kostenbestandteile enthalten, wie zum Beispiel die genutzte IT-Fläche, Höheneinheiten im Rack, elektrische Anschlussleistung, Service-Stunden, Software-Lizenzen oder zusätzlich zur eigenen IT beanspruchte Storage-Kapazitäten. Außerdem kann der stromverbrauchsabhängige Anteil auch nicht-linear gestaltet werden (z.B. degressive oder progressive Preissteigerung). Der Antragsteller muss anhand des in seinen Verträgen verwendeten Preismodells darlegen, welcher Preisbestandteil von der vom Kunden genutzten Strommenge (StromverbrauchKunde [kWhel]) abhängig ist und mit welchem Verbrauchspreis ([€/kWhel]) der Verbrauch abgerechnet wird.

Angesetzter Strompreis

  • Anforderung: Der im verbrauchsabhängigen Preismodell angesetzte Strompreis darf nicht unter dessen Einkaufspreis liegen.

Der in der oben genannten Formel genannte Verbrauchspreis [€/kWhel] darf nicht unter dem Einkaufspreis des eingesetzten Stroms liegen. In der Regel liegt der Verbrauchspreis mindestens um den Faktor des PUE höher, da auch der Stromverbrauch der technischen Gebäudeausrüstung auf den Kunden umgelegt wird. In der Praxis üblich und zulässig ist es auch, Gewinnmargen und Risikoaufschläge im Verbrauchspreis unterzubringen. Der Nachweis des Einkaufspreis erfolgt gegenüber dem Auditor entweder durch die (vertrauliche) Vorlage der Strompreise aus den Stromrechnungen des Energieversorgungsunternehmens (EVUs) oder durch Angabe eines vergleichbaren Großhandelspreises für Strom im Abrechnungszeitraum.

Mindestabnahmemenge oder pauschale Freimenge

  • Anforderung: Es darf weder eine Mindestabnahmemenge noch eine pauschale Freimenge an elektrischer Arbeit [kWhel] vereinbart werden.

Hintergrund dieser Anforderung ist, dass eine Mindestabnahmemenge oder eine pauschale Freimenge dazu führen, dass unterhalb der vereinbarten Menge für den Kunden kein Anreiz zur Energieeinsprung besteht. Die dafür angesetzten Kosten sind dann bereits eingepreist. Möchte der RZ-Betreiber pauschale Kostenbestandteile im Preismodell unterbringen, so kann er dies über andere Leistungsbestandteile tun (z.B. IT-Fläche, Service-Pauschalen, garantierte elektrische Anschlussleistung [kWel]), nicht aber über den Stromverbrauch [kWhel].


Alte Version (Stand: Mai 2022)

  • Die Abrechnung der Co-Location-Dienstleistung muss so gestaltet werden, dass sowohl für den Anbieter als auch den Kunden ein Anreiz besteht, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und die eingesetzten Geräte möglichst energieeffizient zu betreiben.
  • Der angesetzte Strompreis darf nicht unter dessen Einkaufspreis liegen.
  • Es muss ein verbrauchsabhängiges Preismodell angeboten werden.  Es darf mit Kunden, die mehr als ein Rack belegen, weder eine Mindestabnahmemenge noch eine pauschale Freimenge an elektrischer Arbeit [kWhel] vereinbart werden.  

Nachweis

Der Antragsteller beschreibt, welche finanziellen Anreize die Verträge zum Stromsparen bieten. Die Strompreise (Einkauf und Verkauf) müssen gegenüber dem Auditor dargestellt und von diesem überprüft werden.

3.2.6.1 Informationspflichten gegenüber IT-Kunden

Der RZ-Dienstleister verpflichtet sich dazu, seinen IT-Kunden ab einer elektrischen IT-Spitzenlast von 5 Kilowatt pro IT-Kunde regelmäßig, mindestens monatlich, Auskunft über die verbrauchte elektrische Energiemenge und die elektrische Spitzenlast der vom jeweiligen IT-Kunden genutzten Informationstechnik zu geben:

  • IT-Stromverbrauch [kWhel]
  • Elektrische IT-Spitzenlast [kWel]

Nachweis

Der Antragsteller beschreibt, in welcher Form er die IT-Kunden informiert und belegt dies gegenüber dem Auditor anhand einer beispielhaften Kundeninformation.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Der Antragsteller unterstützt seine IT-Betreiber dabei, den Energieverbrauch der durch sie aufgestellten Informationstechnik zu erfassen und zu reduzieren. Hierfür stellt er ihnen Informationen aus dem Energiemonitoring zur Verfügung. Der Antragsteller verpflichtet sich dazu, seinen Co-Location-Kunden regelmäßig, mindestens monatlich, Auskunft über die verbrauchte elektrische Energiemenge und die elektrische Spitzenlast der vom jeweiligen Kunden installierten Informationstechnik zu geben.  

  • Stromverbrauch [kWhel]
  • Elektrische Spitzenlast [kWel]
  • PUE
  • CER
  • Art des Kältemittels (?)

Nachweis

Der Antragsteller beschreibt, wie er seine Kunden beim Energiesparen unterstützt.

3.2.2 Monitoring Energie, Klima und Wasser

Der Zeichennehmer muss ein Monitoring durchführen, in dem kontinuierlich über das ganze Jahr Messungen zur elektrischen Leistung und des Energiebedarfs der wesentlichen Komponenten des Rechenzentrums erfasst und ausgewertet sowie der Kälte- und Wasserbedarf ermittelt werden. Hierfür sind mindestens die Messpunkte (MP) gemäß dem Messkonzept (siehe Abschnitt 3.2.1) regelmäßig zu messen.

Folgende Werte müssen durch das Monitoring mindestens monatlich ermittelt werden:

  • Strombedarf RZ gesamt (MPEVU + MPEE + MPNEA) [kWhel]
  • Strombedarf IT (MPIT2) [kWhel][1]
  • Strombedarf Kühlsystem (MPKS) [kWhel]
  • Strombedarf Sonstiges (MPSo) [kWhel] (z.B. Sicherheitstechnik, Beleuchtung)
  • Elektrische Energie aus Eigenerzeugung (z.B. PV-Anlage) (MPEE) [kWhel]
  • Kühllast RZ gesamt (MPKE) [kWhth]
  • Genutzte Abwärme (MPAn) [kWhth]
  • Trinkwasserverbrauch von Kälteanlagen mit Verdunstungskühlung [m³]
  • Beschreibung der Nutzung von anderen Wasserquellen (z.B. Regenwasser, Brunnenwasser, Flusswasser) mit ungefähren Mengenangaben [m³]
  • Sonstiger nicht-elektrischer Energieverbrauch (z.B. Brennstoffverbrauch der Netzersatzanlage, Nutzung von Fernwärme oder Fernkälte)

Nachweis

Die Tabelle der Anlage 2e Monitoring (oder äquivalente Darstellung) ist für den Zeitraum von 12 Monate vor Antragstellung bis Ende der Zeichennutzung auszufüllen und zu pflegen.  

[1] Summe aller abgerechneten Strombedarfe bei den Kunden und dem Strombedarf für den Betrieb von Informationstechnik in der Verantwortung des Colocation-Anbieters (z.B. IT für Monitoring, GLT, etc.) 


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Der Zeichennehmer muss ein Monitoring durchführen, in dem kontinuierlich über das ganze Jahr Messungen zur elektrischen Leistung und des Energiebedarfs der wesentlichen Komponenten des Rechenzentrums erfasst und ausgewertet sowie der Kälte- und Wasserbedarf ermittelt werden. Hierfür sind mindestens die Messpunkte gemäß dem Messkonzept regelmäßig zu messen.

Folgende Werte müssen durch das Energie-Monitoring mindestens monatlich ermittelt werden:

  • Strombedarf RZ gesamt (MPEVU + MPEE) [kWhel]
  • Strombedarf IT (MPIT2) [kWhel][1]
  • Strombedarf Kühlsystem (MPKS) [kWhel]
  • Strombedarf Sonstiges (MPSo) [kWhel]
  • Kühllast RZ gesamt [kWhth]
  • Trinkwasserverbrauch RZ gesamt [m³], die Nutzung von anderen Wasserquellen ist zu beschreiben.
  • Sonstiger nicht-elektrischer Energieverbrauch

[1] Summe aller abgerechneten Strombedarfe bei den Kunden und dem Strombedarf für den Betrieb von Informationstechnik in der Verantwortung des Colocation-Anbieters (z.B. IT für Monitoring, GLT, etc.) 

PUE und CER sind zu veröffentlichen (z.B. auf der eigenen Webseite oder im freiwilligen RZ-Register)

Nachweis

Die Tabelle der überarbeiteten Anlage 2e Energie-Monitoring (oder äquivalente Darstellung) ist für den Zeitraum von 12 Monate vor Antragstellung bis Ende der Zeichennutzung auszufüllen und zu pflegen.

3.2.1 Messkonzept technische Gebäudeausrüstung (TGA)

Mehrere Anforderungen dieses Umweltzeichens setzen ein Monitoring der eingesetzten Technik und die Messung mehrerer Parameter voraus. Um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten, werden daher ein Messkonzept und eine geeignete Datenverwaltung benötigt.

Es muss ein Anlagenschema des Rechenzentrums für elektrische Energie und Kälte vorgelegt werden, in dem die Messpunkte bzw. Zähler zur Erfassung der erforderlichen Daten dargestellt werden. Die Systemkomponenten des Rechenzentrums, die im Anlagenschema enthalten sein müssen, die Anordnung der Messpunkte und deren Bezeichnung sollen sich dabei an Abbildung 1: Messkonzept elektrische Energie und Abbildung 2: Messkonzept Kälte im Anhang A.1 dieses Vergabedokuments orientieren.

Nachweis

Der Antragsteller legt als Anlage x ein Anlagenschema vor, in dem die relevanten Messpunkte eingezeichnet sind und mithilfe dessen der Auditor nachvollziehen kann, wie die erforderlichen Daten erhoben wurden.


A.1 Messkonzept

Abbildung 1: Messkonzept elektrische Energie

Abbildung 2: Messkonzept Kälte


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Mehrere Anforderungen dieses Umweltzeichens, die einen Beitrag zur effizienten Nutzung von Energie und Ressourcen beitragen, setzen ein Monitoring und die Messung etlicher Parameter voraus. Um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten, werden ein Messkonzept und eine geeignete Datenverwaltung benötigt. Das Messkonzept muss folgende Informationen beinhalten:

  • Anlagenschema für Strom und Kälte
  • Benennung der Messpunkte/Zähler im mitgelieferten Anlagenschema

Die Messpunkte sind in Abbildung … im Anhang … dargestellt. (Folgt in Kürze [Anm. d. Red.])

Nachweis

Das Anlagenschema ist dem Antrag beizufügen. Das Messkonzept ist zu beschreiben.

3.1.3 Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation

Der Zeichennehmer muss spätestens 6 Monate vor Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit einen aktualisierten Energieeffizienzbericht vorlegen, in dem die Einhaltung der Anforderungen während der Vertragslaufzeit dokumentiert ist. Der Berichtszeitraum muss mit dem Beginn der Vertragslaufzeit starten und darf frühestens 9 Monate vor Vertragsende enden. Der Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation besteht im Wesentlichen aus den Informationen, die während der Vertragslaufzeit gesammelt wurden (Ergebnisse des Monitorings, Dokumentation neu beschaffte Technik, aktualisierte Inventarlisten). Die bereitgestellte Vorlage in Anlage 2 ist zu berücksichtigen.

Eine erneute Vergabe des Umweltzeichens (bei veränderter Vergabegrundlage) für das gleiche Rechenzentrum ist nur dann möglich, wenn der Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation vorgelegt wurde.

Der Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation kann zugleich als Antragsbestandteil zur Beantragung eines neuen Umweltzeichens herangezogen werden. Neu hinzu gekommene Anforderungen müssen dann entsprechend in den Bericht integriert oder die aktualisierte Berichtsvorlage verwendet werden.

Nachweis:

Zum Ende der Vertragslaufzeit ist der Energieeffizienzbericht bei der RAL gGmbH einzureichen. Wird eine neue Zeichenvergabe angestrebt, ist dieser Energieeffizienzbericht ebenfalls Bestandteil der unabhängigen Überprüfung durch den Auditor.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Eine erneute Vergabe des Umweltzeichens (bei veränderter Vergabegrundlage) ist nur dann möglich, wenn der Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation vorgelegt wurde.

Der Zeichennehmer muss spätestens 6 Monate vor Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit einen Energieeffizienzbericht vorlegen, in dem die Einhaltung der Anforderungen während der Vertragslaufzeit dokumentiert ist. Der Berichtszeitraum muss vom Beginn der Vertragslaufzeit bis mindestens 9 Monate vor Vertragsende umfassen. Der Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation besteht im Wesentlichen aus den Informationen, während der Vertragslaufzeit gesammelt wurden (Ergebnisse des Monitorings, Dokumentation neu beschaffte Technik, Inventarliste).

Nachweis:

Zum Ende der Vertragslaufzeit ist der Energieeffizienzbericht beim RAL gGmbH einzureichen. Wird eine neue Zeichenvergabe angestrebt, ist dieser Energieeffizienzbericht ebenfalls Bestandteil der unabhängigen Überprüfung durch den Auditor.

3.1.2 Energieeffizienzbericht bei Antragstellung

Bei der Antragstellung muss ein Energieeffizienzbericht vorgelegt werden, der den aktuellen technischen Zustand des Rechenzentrums erfasst. Der Energieeffizienzbericht muss darüber hinaus dokumentieren, dass alle Anforderungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten, eingehalten werden. Die für die Erstellung des Energieeffizienzberichtes erforderlichen Informationen sind in der Dokumentenvorlage in Anlage 2 aufgeführt.

Nachweis:

Der Energieeffizienzbericht muss durch einen der in Anlage 3 (Liste der Auditoren) benannten Auditoren geprüft werden. Der Auditor muss anhand eines Gutachtens bestätigen, dass die in Anlage 2 abgefragten Informationen vollständig und mit hoher Plausibilität angegeben wurden.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Bei der Antragstellung muss ein Energieeffizienzbericht vorgelegt werden, der den aktuellen technischen Zustand des Rechenzentrums erfasst. Der Energieeffizienzbericht muss darüber hinaus dokumentieren, dass alle Anforderungen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten, eingehalten werden. Die für die Erstellung des Energieeffizienzberichtes erforderlichen Informationen sind in der Dokumentenvorlage in Anlage 2 aufgeführt.

Nachweis:

Der Energieeffizienzbericht muss durch einen der benannten Auditoren geprüft werden. Der Auditor muss anhand eines Gutachtens bestätigen, dass die in Anlage 2 abgefragten Informationen vollständig und mit hoher Plausibilität angegeben wurden.