3.2.4 Erneuerbare Energien

Das Rechenzentrum muss seinen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse decken.

Ausnahme: Von dieser Anforderung kann abgewichen werden, wenn der Antragsteller die Energie zum Betrieb des Rechenzentrums nicht direkt von einem Energieversorgungsunter­nehmen (EVU) bezieht, sondern von einem Dritten, wie zum Beispiel einem Gebäudevermieter oder einer wirtschaftlich getrennten Unternehmenseinheit, mit dem der RZ-Betreiber einen Liefervertrag abgeschlossen hat. Die Ausnahme ist nur dann möglich, wenn das Rechenzentrum einen jährlichen Anteil von nicht mehr als 20 Prozent der vom EVU an diesen Dritten insgesamt gelieferten Energiemenge verwendet. Für die dann im Rechenzentrum genutzte elektrische Energie, die nicht aus erneuerbaren Energien stammt, müssen bei Inanspruchnahme der Ausnahme während der Nutzung des Umweltzeichens durch den RZ-Betreiber Kompensations­zertifikate beschafft werden, um die CO2-Emissionen zur Herstellung des nicht-erneuerbar erzeugten Stroms bilanziell auszugleichen. Für die Zertifikate gelten Mindestanforderungen an deren Qualität, die im Anhang A.3 dokumentiert sind. Die Kompensationszertifikate müssen zusammen mit dem Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation (siehe Abschnitt 3.1.3) vor Ende der Vertragslaufzeit vorgelegt werden.

Nachweis

Der Antragsteller legt gegenüber dem Auditor geeignete Nachweise vor (z.B. Stromliefervertrag, Power Purchase Agreement (PPA), Nachweis aus dem Herkunftsnachweisregisters des Umweltbundesamtes, Stromkennzeichnung nach §42 Energiewirtschaftsgesetz, Eigentumsbescheinigung von Erzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien). Für den Fall, dass die Ausnahme in Anspruch genommen wird, legt der Antragsteller dem Auditor geeignete Nachweise vor, die bestätigen, dass der Anteil am jährlich vom EVU gelieferten Stromverbrauch höchstens 20 Prozent beträgt (z.B. Rechnung über Gesamtliefermenge vom EVU und Monitoring des RZ-Unterzählers) und bestätigt die Einhaltung der in der Ausnahme genannten Anforderungen in Anlage 1 zum Vertrag.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Das Rechenzentrum muss seinen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse decken.

Nachweis

Der Antragsteller legt gegenüber dem Auditor geeignete Nachweise vor (z.B. Stromliefervertrag,  Power Purchase Agreement (PPA), Nachweis aus dem Herkunftsnachweisregisters des Umweltbundesamtes, Stromkennzeichnung nach §42 Energiewirtschaftsgesetz, Eigentumsbescheinigung von Erzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien).
Die Vorlage von sogenannten Kompensationszertifikaten, mit denen die Treibhausgasemissionen der Stromerzeugung aus nicht-erneuerbaren Energien verrechnet werden, gilt nicht als geeigneter Nachweis.

3 thoughts on “3.2.4 Erneuerbare Energien

  1. Folgende Spezialfälle sollten (mit Übergangsfrist) berücksichtigt werden: Pflicht zur Stromabnahme vom Vermieter, RZ in Bürogebäuden und im produzierenden Gewerbe, zentraler Stromeinkauf von Gebäudekomplexen.
    – Bei uz 161 war ökostrom nie das Problem. Analoge Lösung für Fernkälte sinn-voll
    – Der BE sollte Maßstäbe setzen und nicht Status-quo festsetzen.
    – Finanzielle Argumente sollten nicht zählen, es geht um Umweltschutz
    – Schlupflöcher würden BE unglaubwürdig machen

    • Die bisher sehr schlechte Akzeptanz des BE und die sachliche Kritik der RZ-Branche zeigt doch deutlich, dass (auch) die unternehmerischen Rahmenbedingen berücksichtig werden müssen.
      Einverstanden, der BE soll nicht zu leicht erreichbar sein.
      Aber wenn in über 5 Jahren weniger als 0,01% der in Deutschland betriebenen RZ den BE erreichen können , läuft konzeptionell etwas grundsätzlich falsch.

  2. Bei der Definition von erneuerbarer Energie sollte nicht nur physischer sondern auch bilanzieller Strom erlaubt sein.
    + PPAs können abhängig von Wetter und Tageszeiten nicht immer liefern.
    + Stromanbieter unterliegen dem System von Herkunftsnachweisen, die EE-Eigenschaft des Stromes ist bilanziell.
    – Der Anteil an physisch erneuerbarer Energie (durch PPAs oder Eigenerzeugung) sollte ausgewiesen werden.

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