3.2.9 Kältemittel

In Kälteanlagen und Entfeuchtern, die nach dem 1.01.2013 in Betrieb genommen wurden, dürfen nur halogenfreie Kältemittel verwendet werden. Ausgenommen sind Anlagen mit insgesamt weniger als 10 kW thermischer Leistung.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Für die Kühlung des Rechenzentrums dürfen in Kälteanlagen nur halogenfreie Kältemittel verwendet werden.

Ausnahme: Davon ausgenommen sind Kälteanlagen mit einer Kälteleistung von maximal 10 kWth zur Klimatisierung von getrennten Umgebungsbereichen (gemäß Praktik 5.2.18 in der Norm DIN CLC/TR 50600-99-1) oder zur Entfeuchtung der Außenluft in der raumlufttechnischen Anlage. Das Parallelschalten mehrerer solcher Kälteanlagen zur Erreichung einer höheren Kälteleistung ist nicht zulässig.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung.

6 thoughts on “3.2.9 Kältemittel

  1. Ausnahme für Luftentfeuchter sollte gelöscht werden.
    + Ausnahme wird nicht gebraucht. Entfeuchter braucht oft 100kW
    + Bei Lithium Ion Batterien sind bis zu 35° möglich.
    + Es gibt neuere Möglichkeiten für Batterieräume. Zeitschwelle sinnvoll z.B. 2023.
    – Kleine Ausnahme hat keinen großen Effekt

  2. Ausnahme für Übergangsfrist 2013 sollte nicht gestrichen werden.
    + Ein Umbau wäre nicht nachhaltig. Die Lebenserwartung der Kältemaschine ist ca. 20 Jahre.
    – In anderen Branchen ist halogenfreie Kühlung Standard.
    + F-Gase-VO gab es vor 2013 noch nicht.
    + Es wäre strategisch unklug, Akquinet seinen BE zu entziehen.

    • Ein flexibleres, in Anlehnung an die F-Gase-Verordnung über die Jahre gestuftes Vorgehen wäre hier sinnvoller.

  3. Die Ausnahm für Übergangsfrist 2013 sollte ersetzt werden: Bei Öffnung des Kreislaufes verfällt der BE. Nachfüllen nicht erlaubt.
    + Dichtheitsprüfung und Wartung erkennen Mängel vor der Havarie. Die Le-benserwartung wird ausgereizt, F-Gase werden abgeschafft.

  4. Andere Schadstoffe und nachgefülltes Öl sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
    – Kältemittel machen den größten Teil an toxischen und klimawirksamen Stoffen aus, es sind nur natürliche Kältemittel zugelassen.

  5. Die Blauen Engel für Rechenzentren stellen Anforderungen an die Planung und Nutzung von Rechenzentren, welche über die F-Gase-Verordnung deutlich hinausgehen. So werden Anlagen mit halogenisierten Kältemitteln kategorisch verboten; es werden lediglich natürliche Kältemittel erlaubt. Dieses Vorgehen ist in bereits in Betrieb befindlichen Rechenzentren kaum umsetzbar, da bestehende Kälteanlagen nicht den Anforderungen des Blauen Engels entsprechend umgerüstet werden können. Der vollständige Austausch von Anlagen mit funktionierenden und effizienten Betriebsmitteln kann – aus Gründen der Ressourcenschonung – nicht im Sinne des Blauen Engels sein. Bei neu zu errichtenden Rechenzentren stehen insbesondere für große Anlagen im Megawattbereich Kältemaschinen auf Basis natürlicher Kältemittel erst in sehr begrenztem Ausmaß zur Verfügung.

    Hier ist insbesondere das „absolute Verbot“ zu bemängeln. Es fehlt die Verhältnismäßigkeit von Nutzen und Aufwand in der Regelung. Rechenzentren können heute zu einem Großteil der Betriebszeit ohne den Einsatz der Kältemaschinen betrieben werden. Aus Sicherheits- und Verfügbarkeitsgründen sind aber praktisch immer zusätzliche Kältemaschinen notwendig. Die Klimawirkungen von möglichen, jedoch geringfügigen Leckagen der Kältemittel aus diesen Kältemaschinen sollten zumindest ins Verhältnis – auch zur Energieeffizienz der Gesamtanlage – gesetzt werden können. Häufig benötigen Kältemaschinen mit natürlichen Kältemitteln zudem für die gleiche Kühl-Leistung mehr Strom, was Bemühungen um höhere Energieeffizienz konterkarieren kann.

    Wir verweisen an dieser Stelle auch auf das Bitkom Positionspapier „Kältemittel in Rechenzentren“ (https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Positionspapier-Kaeltemittel-in-Rechenzentren) sowie auf das bereits 2014 von uns dazu veröffentlichte Bitkom Positionspapier „Verbot von halogenierten Kältemitteln im Entwurf der Vergabegrundlage für Blauen Engel (Umweltzeichen RAL-UZ 161)“ (https://www.bitkom.org/sites/default/files/2020-12/20141205-bitkom-stellungnahme-kuhlmittel-im-blauen-engel-rz-betrieb.pdf)

    Gerne verweisen wir noch einmal auf das Bitkom Positionspapier „Blauer Engel für Rechenzentren und für Colocation-Rechenzentren“, welches noch detaillierter auf die fraglichen Kriterien des Blauen Engels eingeht, begründet weshalb diese nicht praxis-tauglich sind und Empfehlungen zur praxistauglichen Ausgestaltung gibt: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Blauer%20Engel%20f%C3%BCr%20Rechenzentren%20und%20f%C3%BCr%20Colocation-Rechenzentren

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