3.2.7 Power Usage Effectiveness (PUE)

Die Power Usage Effectiveness (PUE) ist ein Maß für die Energieeffizienz der Rechenzentrums-Infrastruktur.

  • Die Bestimmung des PUE-Wertes muss entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-2 als PUE der Kategorie 2 (PUE2, Mittlere Auflösung) oder gleichwertig erfolgen.
  • Energie, die für das Auskoppeln von Abwärme genutzt wird (beispielsweise Wärmepumpenbetrieb zum Anheben des Temperaturniveaus und Pumpen zum Betrieb von Wärmenetzen), geht nicht in die Berechnung des PUE ein. Entsprechende Zähler müssen vorhanden sein.
  • Das Ende des Bilanzzeitraums zur Bestimmung des PUE darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.
  • Die Power Usage Effectiveness (PUE) des Rechenzentrums darf abhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rechenzentrums folgende Werte auch während der Dauer der Zeichennutzung im Jahresdurchschnitt nicht überschreiten:

Tabelle 2: Mindestanforderung für Power Usage Effectiveness

Inbetriebnahme des Rechenzentrums

PUE

01.01.2019 oder später

PUE ≤ 1,30

Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018

PUE ≤ 1,50

31.12.2014 oder früher

PUE ≤ 1,60

 

Ausnahme 1: Neu errichtete Rechenzentren sind nach ihrer Inbetriebnahme oft noch nicht vollständig ausgelastet. Daher gelten für die ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die in Tabelle 3 genannten abweichenden Mindestanforderungen für den PUE. Diese Ausnahmen gelten jeweils für den Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes. Sowohl bei der Antragstellung als auch während der Nutzung des Umweltzeichens können die Ausnahmen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Beginn des Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes nicht länger als 2 Jahre zurückliegt.

Tabelle 3: Ausnahme PUE für neu in Betrieb genommene Rechenzentren

Inbetriebnahme des Rechenzentrums

PUE

Vor weniger als 1 Jahr (Inbetriebnahme < 1 Jahr)

PUE ≤ 1,50

Vor weniger als 2 Jahren (1 Jahr ≤ Inbetriebnahme < 2 Jahre)

PUE ≤ 1,40

Ab 2 Jahre vor Antragstellung (Inbetriebnahme ≥ 2 Jahre)

Siehe Tabelle 2

Ausnahme 2: Von der Erfassung des PUE-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese neuen Rechenzentren müssen bei der Antragstellung den nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme erwarteten PUE-Wert auf Grundlage von Planungsdaten nach DIN EN 50600 eines qualifizierten Fachplaners ermitteln, bei denen für die Berechnung des PUE-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird. Diese Planungsergebnisse müssen im Energieeffizienzbericht (vgl. Abschnitt 3.1.2) dokumentiert werden.  Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 3 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die Berechnung der Power Usage Effectiveness (PUE) im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zum Vertrag. Wird eine der Ausnahmen in Anspruch genommen, müssen dem Auditor die oben genannten Unterlagen vorgelegt werden und dieser muss die Plausibilität der Berechnung bestätigen. Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Die Power Usage Effectiveness (PUE) ist ein Maß für die Energieeffizienz der Rechenzentrums-Infrastruktur.

  1. Die Bestimmung des PUE-Wertes muss entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-2 als PUE der Kategorie 2 (PUE2, Mittlere Auflösung) oder gleichwertig erfolgen.
  2. Strom für den Wärmepumpenbetrieb ausgekoppelter Wärme muss rausgerechnet werden. Entsprechende Zähler müssen vorhanden sein.
  3. Das Ende des Bilanzzeitraums zur Bestimmung des PUE darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.
  4. Die Power Usage Effectiveness (PUE) des Rechenzentrums darf abhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rechenzentrums folgende Werte auch während der Dauer der Zeichennutzung nicht überschreiten:

Tabelle 1: Mindestanforderung für Power Usage Effectiveness

Inbetriebnahme des RechenzentrumsPUE
01.01.2019 oder späterPUE ≤ 1,30
Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018PUE ≤ 1,50
31.12.2014 oder früherPUE ≤ 1,60

Ausnahme 1: Von der Erfassung des PUE-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind neue Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese Rechenzentren müssen bei der Antragstellung den nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme erwarteten PUE-Wert auf Grundlage von Planungsdaten nach DIN EN 50600 eines qualifizierten Fachplaners ermitteln, bei denen für die Berechnung des PUE-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird. Diese Planungsergebnisse müssen im Energieeffizienzbericht (vgl. Abschnitt xxx) dokumentiert werden.

Wird von dieser Ausnahme bei Antragstellung Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 1 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Ausnahme 2: Neu errichtete Co-Location-Rechenzentren sind nach ihrer Inbetriebnahme oft noch nicht vollständig ausgelastet. Daher gelten für die ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums (siehe Abschnitt xxx Anforderungen während der Laufzeit) die in Tabelle 2 genannten abweichenden Mindestanforderungen für den PUE. Diese Ausnahmen gelten jeweils für den Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes. Sowohl bei der Antragstellung als auch während der Nutzung des Umweltzeichens (vgl. Abschnitt xxx Anforderungen während der Laufzeit) können die Ausnahmen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Beginn des Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes nicht länger als 2 Jahre zurückliegt.

Tabelle 2: Ausnahme PUE für neu in Betrieb genommene Rechenzentren

Inbetriebnahme des RechenzentrumsPUE
Vor weniger als 1 Jahr (Inbetriebnahme < 1 Jahr)PUE ≤ 1,50
Vor weniger als 2 Jahren (1 Jahr ≤ Inbetriebnahme < 2 Jahre)PUE ≤ 1,40
Ab 2 Jahre vor Antragstellung (Inbetriebnahme ≥ 2 Jahre)Siehe Tabelle 1

8 thoughts on “3.2.7 Power Usage Effectiveness (PUE)

  1. Mit den Vorgaben für die Power Usage Effectiveness (PUE) werden unabhängig von der Verfügbarkeitsklasse alle RZ in ein starres Bewertungssystem eingestuft. Zudem finden dabei alternative umwelt- und ressourcenschonende Technologien keine Berücksichtigung.

  2. Das Kriterium sollte eine Staffelung nach Verfügbarkeitsklasse enthalten.
    + Hochverfügbarkeit und Georedundanz haben per Definition eine geringe Auslastung. Innerhalb ihrer Möglichkeiten können sie aber effizient ausgelegt und betrieben werden.
    – Bei Colocation ist VK3 der Standard.
    – Der Zusammenhang zwischen VK und PUE kann bisher empirisch nicht gezeigt werden. Das Projektteam freut sich über Daten.
    – Der PUE skaliert viel mehr mit der Auslastung als mit der VK.
    – Der Blaue Engel sollte Anreize setzen, Hardware in Hot-Stand-by Zuständen für Anwendungen zu nutzen, die im Zweifelsfall ausfallen dürfen.

  3. Es sollte eine weitere Ausnahme für Colocator-Betreiber geben, deren Mieter ihr IT nicht installieren.
    + Geringe Auslastung ist der Hauptgrund, dass dieses Kriterium nicht eingehalten werden kann.
    + Die IT liegt außerhalb des Einflussbereiches des Colocateurs.
    – Der RZ-Betreiber sollte den Betrieb seiner Infrastruktur mit seinen Kund*innen so abstimmen, dass eine gute Auslastung entsteht.
    – Es sollte eine Informationspflicht des IT-Betreibers dem RZ-Betreiber gegenüber geben, wenn sich der Einbau der IT verzögert.

  4. Die Vorgaben für die im Blauen Engel genannten PUE-Grenzen sind methodisch nachvollziehbar. Gleichwohl ignorieren sie vollständig den Verfügbarkeitsanspruch der Kunden an ihre IT-Systeme und Anwendungen. Unabhängig von der Verfügbarkeitsklasse (VK1 bis VK4 nach DIN EN 50600-2-x) und damit der erforderlichen Redundanzen in der Versorgung (Strom) und Entsorgung (Klima) werden alle Rechenzentren in ein starres, nicht differenzierendes Bewertungssystem eingestuft.

    Aufwendungen und Schadstoffen bei der Herstellung, Wartung und Entsorgung führt dabei der technisch bedingte zusätzliche Stromverbrauch zu einer Verschlechterung des PUE.

    Des Weiteren werden ressourcenschonende Maßnahmen wie Nutzung der CO2-freien Abwärme nicht berücksichtigt. Nach dem Verständnis des Bitkom sollte der Blaue Engel primär ein Umwelt(schutz)label sein und kein technisches Rahmenwerk. Die Berücksichtigung von möglichen Kompensationen muss daher geprüft werden.

    Wegen der durch den Klimawandel zunehmenden heißen Sommer ist die Jahresarbeitszahl noch schwieriger einzuhalten, wie sich z.B. an den Zahlen des Uptime-Instituts zeigt. Aus diesen wird deutlich, dass die PUE-Werte seit 2013 nur noch geringfügig gesunken und im Hitzejahr 2019 ggü. dem Vorjahr sogar angestiegen sind. (Quelle: Uptime Institute global data center survey 2020, UII-38 v1.1, 2020-07-13, letztes Update 2020-07-20, S. 10 )

    Gerne verweisen wir noch einmal auf das Bitkom Positionspapier „Blauer Engel für Rechenzentren und für Colocation-Rechenzentren“, welches noch detaillierter auf die fraglichen Kriterien des Blauen Engels eingeht, begründet weshalb diese nicht praxis-tauglich sind und Empfehlungen zur praxistauglichen Ausgestaltung gibt: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Blauer%20Engel%20f%C3%BCr%20Rechenzentren%20und%20f%C3%BCr%20Colocation-Rechenzentren

  5. Die starren Übergangszeiten nach Inbetriebnahme von 15 Monaten bzw. 2 Jahren (bei Colo-RZ) ist m.E. zu kurz. In den Geschäftsplänen für Colo-RZ ist üblicherweise eine 80%ige Vermietung innerhalb der ersten 36 Monate enthalten. Unklar ist auch, wie die PUE-Berechnung bei stufenweisen Ausbau (über mehrere Jahre) erfolgen soll.
    Vorschlag: Die strengen PUE-Grenzen gelten bei Colo-RZ erst bei Vermietung ab mind. 80% der installierten RZ-Kapazität. Der Colo-Betreiber hat das natürlich wirtschaftliche Eigeninteresse, seine RZ-Kapazität möglichst vollständig zu vermieten. Kein unternehmerisch agierender Betreiber wird ausgebaute RZ-Flächen unvermietet lassen, um leichter den BE zu bekommen oder zu behalten.
    Vorteil einer solchen Schwellen-Regel wäre auch, dass bei größeren Umzügen / Mieterwechseln, die sich oft über mehrere Monate hinziehen, der BE nicht „verloren“ geht, weil die PUE in dieser Zeit technisch nicht einhaltbar sind.

  6. Ja, die PUE Argumentation zieht und ist treffend, jedoch halten wir das Kriterium der USV für plakativ, deshalb würden wir es nicht löschen, wenn es nicht sein muss

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