3.2.10 Abwärmenutzung

Die Abwärme aus Rechenzentren kann einen wichtigen Beitrag für die Umstellung der Wärmeversorgung von fossilen Energieträgern auf hocheffiziente Wärmepumpen-Systeme leisten.

Für Rechenzentren, die ab dem 01.01.2023 in Betrieb gehen, müssen daher folgende Einzelkriterien erfüllt werden:

  • Ein Teil (>0) der Abwärme aus dem Rechenzentrum muss durch den RZ-Betreiber in eigenen Gebäuden oder Anlagen genutzt werden.
  • Rechenzentren ab einer elektrischen Anschlussleistung von 100 kW müssen für die Nutzung der Abwärme außerhalb des Rechenzentrums vorbereitet sein. Hierzu müssen Anschlüsse vorhanden sein.
  • Für den Fall, dass die Abwärme nicht vollständig in eigenen Gebäuden oder Anlagen genutzt wird oder nicht bereits Liefervereinbarungen über die gesamte Abwärmemenge getroffen wurden, müssen Rechenzentren ab einer elektrischen Anschlussleistung von 100 kW das Temperaturniveau und die Menge der durch sie lieferbaren Wärme veröffentlichen. Der RZ-Betreiber muss potenziellen Wärmeabnehmern auf Nachfrage anbieten, eine entsprechende Liefervereinbarung abzuschließen.
  • Die Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (Energy Reuse Factor – ERF, gemäß der Norm DIN EN 50600-4-6) muss mindestens jährlich veröffentlicht werden (vgl. Abschnitt 3.2.5).

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderungen in Anlage 1 und nennt den Ort der Veröffentlichung von Temperatur und Menge der lieferbaren Wärme sowie der Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (ERF) (z.B. Webseite oder öffentliches Rechenzentrumsregister).


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Energie zu verschwenden, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Abgabe der Abwärme zur Nachnutzung muss ermöglicht werden.

  1. Rechenzentren müssen Abwärme in eigenen Gebäuden oder Anlagen nutzen.
  2. Rechenzentren müssen für die externe Nutzung der Abwärme vorbereitet sein (Anschlüsse und Zähler vorsehen, Nennung von Temperaturniveau und Menge der lieferbaren Wärme).
  3. Die Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (energy reuse factor – ERF) muss entsprechend der Norm EN 50600-4-6 berichtet werden.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderungen und nennt den Ort der Veröffentlichung des ERF (z.B. Webseite, öffentliches Rechenzentrumsregister etc.).

11 thoughts on “3.2.10 Abwärmenutzung

  1. Offen ist, wird für die Abwärme Geld gezahlt.
    Die Kosten der Schnittstelle ist vom RZ Betreiber zu zahlen.
    Wer soll die Schnittstelle beraten, es sind komplett unterschiedliche Geschäftsbereiche.

    • Warum soll der RZ-Betreiber den zusätzlichen Wärmetausch (Schnittstelle) bezahlen? Warum sollte die Kostenverteilung im BE geregelt sein? das hängt doch vom konkreten Vertragsverhältnis mit dem Abwärme-Nutzer ab.

  2. Mindestabnahme sollte angegeben werden, evtl. als Richtwert.
    + Kein Problem für große RZ.
    + 2-3% zur Eigennutzung ist leicht machbar.
    – Die Abnahme kann nicht garantiert werden.
    – Fernwärme ist vielerorts (noch) zu heiß.

    • Die Festlegung eine Mindestabnahme für Abwärme ist nicht sinnvoll. Die Möglichkeiten zur Abwärmenutzung hängen doch immer vom konkreten Standort ab und dem konkreten Wärmebedarf in der Nachbarschaft ab.
      Sinnvoll erscheint, dass ein RZ mit BE die Abwärmenutzung potentiellen Abnehmern zu fairen Rahmenbedingungen anbieten muss. Die konkrete vertragliche Ausgestaltung liegt dann in der Verantwortung der beteiligen Parteien.

  3. Es sollte eine Ausnahme geben für Punkt 2 „Anschlüsse“.
    + Sehr kleine RZ können Wärme nicht sinnvoll auskoppeln.
    + Unterhalb einer gewissen Größe ist es unwirtschaftlich, den Bestand umzubauen.
    + RZ-Gebäude sind sehr individuell. Es sollte Spielraum für Detailfragen geben.
    + Es sollten Mischgebäude berücksichtigt werden.

    • 50 kW ist klein. Unterhalb dieser Größe kommt fast keine Wärme raus, die man irgendwo einspeisen kann.

    • Bestands-RZ sollten Abwärme-ready werden. Flunsh einbauen ist immer möglich.
      – Kosten? Wirtschaftlichkeit hängt vom Gebäude ab. Deneff stellt Wirtschaftlichkeits-rechner bereit.
      – KritiS darf keine Down-Time haben. Kühlung darf nicht ausfallen. (max. 20 min).
      + VK sollte es hergeben, dass Kühlung redundant ist. Down-time kommt entweder nicht vor oder sollte kein Problem sein

  4. Es sollte keine Vorgaben zur Abwärmenutzung geben.
    + Zu viele rechtliche und vertragliche Fragen sind offen, bspw., ob RZ Energielieferant wird und eine neue Gesellschaftsform benötigt. RZ soll nicht Energieversorger werden.
    + Energieversorger wollen oft keine Wärme abnehmen, nicht einmal kostenlos.
    + Die Abnehmerseite müsste gesetzlich geregelt werden.

  5. Es sollte nur für den Neubau ab 2023 Vorgaben geben. Neubauten sollen dort entstehen, wo es eine Abnahmemöglichkeit gibt.

  6. Für eine sinnvolle Wärmenachnutzung sind die anzustrebenden Temperaturniveaus der Kühlfluide möglichst hoch, in Übereinstimmung mit internat. verwendeten Kriterien (bspw. ASHRAE), zu wählen.

    Darüberhinaus sollte eine Festlegung auf ein wasserbasiertes Kühlmittel zum Wärmetransport erfolgen.

  7. – Neue Rechenzentren müssen Abwärme in eigenen Gebäuden oder Anlagen nutzen, wiederverwendete Energie proportional zur Größe des Rechenzentrums. Bei bestehenden Rechenzentren muss das Nichtvorhandensein einer Abwärmenutzung begründet werden (z.B. die Unmöglichkeit einer mittelfristigen Amortisationszeit)

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