3.3.5 Ausblick auf zukünftige Anforderungen an IT-Betreiber

Die Effizienz der IT-Technik stellt den wesentlichen Hebel dazu dar, Rechenzentren insgesamt effizienter zu gestalten. Bei der zukünftigen Überarbeitung des Umweltzeichens für Rechenzentren werden daher voraussichtlich weitere Effizienzanforderungen an IT formuliert. Nachfolgend wird ein Ausblick auf zukünftige Anforderungen gegeben. IT-Betreiber sind bereits jetzt dazu eingeladen, diese Kriterien zu implementieren und auf Praxistauglichkeit hin zu überprüfen. Die Einhaltung ist bislang noch freiwillig.

  • Für mindestens 10 repräsentativ ausgewählte Server ermittelt der IT-Betreiber Wochenkurven der CPU-Auslastung auf Basis von mittleren Stundenwerten (pro Server insgesamt 7d * 24h = 168 Werte pro Woche) und schreibt diese während der Vertragslaufzeit fort.
  • Zusätzlich zur mittleren monatlichen CPU-Auslastung aller Server (vgl. Abschnitt 3.3.2) ermittelt der IT-Betreiber geeignete Metriken und Messwerkzeuge für das Monitoring der GPU-Auslastung (Graphics Processing Unit) und erfasst die mittlere monatliche GPU-Auslastung aller Server.
  • Für mindestens 10 repräsentativ ausgewählte Server ermittelt der IT-Betreiber monatlich die Kennzahl Server Idle Energy Coefficient (SIEC). Der SIEC beschreibt das Verhältnis der vom Server im Idle-Modus verbrauchten Energie zum Server-Gesamtenergieverbrauch. Weitere Informationen zu dieser Kennzahl befinden sich im Anhang A.4.

3.3.1 IT-Inventarliste

Der Antragsteller legt eine Inventarliste vor, in der die im Rechenzentrum verbauten IT-Komponenten aufgelistet sind.

Die IT-Inventarliste muss mindestens folgende IT-Komponenten und deren wesentlichen Eigenschaften beinhalten:

  • Server,
  • Speichersysteme,
  • Netzwerkgeräte.

Bei Neuanschaffungen schreibt der Zeichennehmer die Inventarliste fort und dokumentiert in dieser den aktuellen Bestand.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 und legt als Anlage x eine IT-Inventarliste vor, in der die im Rechenzentrum verbauten Komponenten aufgelistet sind. Während der Vertragslaufzeit führt der IT-Betreiber die IT-Inventarliste fort und legt diese am Ende der Vertragslaufzeit zusammen mit dem Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation vor (vgl. Abschnitt 3.1.3).


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Der Antragsteller legt eine Inventarliste vor, in der die im Rechenzentrum verbauten IT-Komponenten aufgelistet sind. Diese IT-Inventarliste muss mindestens folgende IT-Komponenten beinhalten:

  • Server,
  • Externe Speicher-Systeme,
  • Netzwerk-Geräte.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die IT-Inventarliste im Energieeffizienzbericht in den Anlagen 2a (Server), 2b (externe Speicher-Systeme) und 2c (Netzwerk-Geräte) zum Vertrag.

3.3 Anforderungen an IT-Betreiber

Die Anforderungen in Abschnitt 3.3 „Anforderungen an IT-Betreiber“ müssen von jenen Antragstellern erfüllt werden, die Verantwortung für den Betrieb von Informationstechnik haben. Dies sind beispielsweise Betreiber von Unternehmens-Rechenzentren sowie Betreiber von Informationstechnik innerhalb eines zertifizierten Co-Location-Rechenzentrums sowie Betreiber gemischt genutzter Rechenzentrum für jenen Teil der Informationstechnik (z.B. Netzwerktechnik oder Speichersysteme), der im Verantwortungsbereich des Antragstellers liegt.

3.2.12 Flächeneffizienz

Als Beitrag zur Reduzierung der Flächenversiegelung soll das Rechenzentrum eine möglichst hohe Flächeneffizienz aufweisen. Der Antragsteller nennt im Energieeffizienzbericht als Information zu seiner Flächeneffizienz folgende Kennwerte:

  • IT-Gesamtleistung pro Quadratmeter Bruttogrundfläche (BGF) [kWel/m²BGF]
  • IT-Gesamtleistung pro Quadratmeter bebaute Fläche (BF) [kWel/ m²BF]
  • IT-Gesamtleistung pro IT-Fläche [kWel/ m²ITF]

Die Begriffe „IT-Gesamtleistung“, „Bruttogrundfläche“, „bebaute Fläche“ und „IT-Fläche“ sind im Abschnitt 1.2 Begriffsbestimmungen definiert.

Nachweis

Die Kennzahlen und ihre Eingangsgrößen sind in der Anlage 1 sowie im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zu nennen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Als Beitrag zur Reduzierung der Flächenversiegelung soll das Rechenzentrum eine möglichst hohe Flächeneffizienz aufweisen. Der Antragsteller nennt im Energieeffizienzbericht als Information zu seiner Flächeneffizienz folgende Kennwerte:

Diskussion: Anderer Flächenbezug aussagekräftiger, z.B. IT-Fläche nach DIN EN 50600?

Nachweis

Die Kennzahlen und ihre Eingangsgrößen sind im Energieeffizienzbericht zu nennen.

3.2.10 Abwärmenutzung

Die Abwärme aus Rechenzentren kann einen wichtigen Beitrag für die Umstellung der Wärmeversorgung von fossilen Energieträgern auf hocheffiziente Wärmepumpen-Systeme leisten.

Für Rechenzentren, die ab dem 01.01.2023 in Betrieb gehen, müssen daher folgende Einzelkriterien erfüllt werden:

  • Ein Teil (>0) der Abwärme aus dem Rechenzentrum muss durch den RZ-Betreiber in eigenen Gebäuden oder Anlagen genutzt werden.
  • Rechenzentren ab einer elektrischen Anschlussleistung von 100 kW müssen für die Nutzung der Abwärme außerhalb des Rechenzentrums vorbereitet sein. Hierzu müssen Anschlüsse vorhanden sein.
  • Für den Fall, dass die Abwärme nicht vollständig in eigenen Gebäuden oder Anlagen genutzt wird oder nicht bereits Liefervereinbarungen über die gesamte Abwärmemenge getroffen wurden, müssen Rechenzentren ab einer elektrischen Anschlussleistung von 100 kW das Temperaturniveau und die Menge der durch sie lieferbaren Wärme veröffentlichen. Der RZ-Betreiber muss potenziellen Wärmeabnehmern auf Nachfrage anbieten, eine entsprechende Liefervereinbarung abzuschließen.
  • Die Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (Energy Reuse Factor – ERF, gemäß der Norm DIN EN 50600-4-6) muss mindestens jährlich veröffentlicht werden (vgl. Abschnitt 3.2.5).

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderungen in Anlage 1 und nennt den Ort der Veröffentlichung von Temperatur und Menge der lieferbaren Wärme sowie der Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (ERF) (z.B. Webseite oder öffentliches Rechenzentrumsregister).


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Energie zu verschwenden, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Abgabe der Abwärme zur Nachnutzung muss ermöglicht werden.

  1. Rechenzentren müssen Abwärme in eigenen Gebäuden oder Anlagen nutzen.
  2. Rechenzentren müssen für die externe Nutzung der Abwärme vorbereitet sein (Anschlüsse und Zähler vorsehen, Nennung von Temperaturniveau und Menge der lieferbaren Wärme).
  3. Die Kennzahl des Anteils nachgenutzter Energie (energy reuse factor – ERF) muss entsprechend der Norm EN 50600-4-6 berichtet werden.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderungen und nennt den Ort der Veröffentlichung des ERF (z.B. Webseite, öffentliches Rechenzentrumsregister etc.).

3.2.9 Kältemittel

In Kälteanlagen und Entfeuchtern, die nach dem 1.01.2013 in Betrieb genommen wurden, dürfen nur halogenfreie Kältemittel verwendet werden. Ausgenommen sind Anlagen mit insgesamt weniger als 10 kW thermischer Leistung.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Für die Kühlung des Rechenzentrums dürfen in Kälteanlagen nur halogenfreie Kältemittel verwendet werden.

Ausnahme: Davon ausgenommen sind Kälteanlagen mit einer Kälteleistung von maximal 10 kWth zur Klimatisierung von getrennten Umgebungsbereichen (gemäß Praktik 5.2.18 in der Norm DIN CLC/TR 50600-99-1) oder zur Entfeuchtung der Außenluft in der raumlufttechnischen Anlage. Das Parallelschalten mehrerer solcher Kälteanlagen zur Erreichung einer höheren Kälteleistung ist nicht zulässig.

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung der Anforderung.

3.2.8 Energieeffizienz des Kühlsystems (CER)

Die Energieeffizienz des Kühlsystems muss mit dem Kennwert Cooling Efficiency Ratio (CER) entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-7 bestimmt werden. Die Kennzahl CER beschreibt das Verhältnis der innerhalb eines Jahres (12 Monate) vom Kühlsystem (KS) aus dem Rechenzentrum abzuführende Wärmemenge Qth,RZ,a [MWhth/a] zur dazu eingesetzte elektrische Energie des gesamten Kühlsystems EKS,a [MWhel/a].

Abhängig vom Datum der Inbetriebnahme müssen folgende Werte eingehalten werden:

Tabelle 4: Mindestanforderung für die Energieeffizienz des Kühlsystems (CER)

Inbetriebnahme des Kühlsystems

CER

01.01.2019 oder später

CER > 8

Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018

CER > 7

31.12.2014 oder früher

CER > 5

Ausnahme 1: Neu errichtete Rechenzentren sind nach ihrer Inbetriebnahme oft noch nicht vollständig ausgelastet. Daher gelten für die ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die in Tabelle 5 genannten abweichenden Mindestanforderungen für die Energieeffizienz des Kühlsystems (CER). Diese Ausnahmen gelten jeweils für den Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes. Sowohl bei der Antragstellung als auch während der Nutzung des Umweltzeichens können die Ausnahmen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Beginn des Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes nicht länger als 2 Jahre zurückliegt.

Tabelle 5: Ausnahme CER für neu in Betrieb genommene Rechenzentren

Inbetriebnahme des Rechenzentrums

CER

Vor weniger als 1 Jahr (Inbetriebnahme < 1 Jahr)

CER > 5

Vor weniger als 2 Jahren (1 Jahr ≤ Inbetriebnahme < 2 Jahre)

CER > 6,5

Ab 2 Jahre vor Antragstellung (Inbetriebnahme ≥ 2 Jahre)

Siehe Tabelle 4

Ausnahme 2: Von der Erfassung des CER-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese neuen Rechenzentren müssen bei der Antragstellung den nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme erwarteten CER-Wert wie folgt ermitteln:

  • Entweder auf Grundlage von Planungsdaten nach DIN EN 50600 eines qualifizierten Fachplaners, bei denen für die Berechnung des CER-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird.
  • Oder auf Grundlage eines Lasttestes, der den erwarteten Ausbauzustand nach 12 Monaten durch Lastbänke simuliert und die jährlich abzuführende Wärmemenge und die dazu eingesetzte elektrische Arbeit des gesamten Kühlsystems damit berechnet.

Diese Planungsergebnisse müssen im Energieeffizienzbericht (vgl. Abschnitt 3.1.2) dokumentiert werden.  Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des CER-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 5 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die Energiemengen (Qth,RZ,a und EKS,a) sowie die Cooling Efficiency Ratio (CER) im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zum Vertrag. Wird eine der Ausnahmen in Anspruch genommen, müssen dem Auditor die oben genannten Unterlagen vorgelegt werden und dieser muss die Plausibilität der Berechnung bestätigen. Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des CER-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Die Energieeffizienz des Kühlsystems muss mit dem Kennwert Cooling Efficiency Ratio (CER) entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-7 bestimmt werden. Die Kennzahl CER beschreibt das Verhältnis der innerhalb eines Jahres (12 Monate) vom Kühlsystem (KS) aus dem Rechenzentrum abzuführende Wärmemenge Qth,RZ,a [MWhth/a] zur dazu eingesetzten elektrischen Arbeit des gesamten Kühlsystems Qel,KS,a [MWhel/a].

CER = Qth,RZ,a / Qel,KS,a

Tabelle: Mindestanforderung für die Energieeffizienz des Kühlsystems (CER)

Inbetriebnahme des KühlsystemsCER
01.01.2019 oder späterCER > 8
Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018CER > 7
31.12.2014 oder früherCER > 5

Bei Kühlsystemen, die ganz oder teilweise mit nicht-elektrischer Energie betrieben werden, muss diese Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Ausnahme:

Von der Erfassung des CER-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind neue Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese Rechenzentren müssen den nach 12 Monaten erwarteten CER-Wert wie folgt ermitteln:

  • Entweder auf Grundlage von Planungsdaten eines qualifizierten Fachplaners, bei denen für die Berechnung des CER-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird.
  • Oder auf Grundlage eines Lasttestes, der den erwarteten Ausbauzustand nach 12 Monaten durch Lastbänke simuliert und die jährlich abzuführende Wärmemenge und die dazu eingesetzte elektrische Arbeit des gesamten Kühlsystems damit berechnet.

Bei der Inanspruchnahme der Ausnahmeregelung müssen die Planungsergebnisse bzw. die Ergebnisse des Lasttests im Energieeffizienzbericht dokumentiert werden. Weiterhin muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des CER-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 4 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die Energiemengen (Qth,RZ,a und Qel,KS,a) sowie die Cooling Efficiency Ratio (CER) entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-7 im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zum Vertrag.

Sofern von der Ausnahme für neu in Betrieb genommene Rechenzentren Gebrauch gemacht werden soll, muss der Antragsteller durch Vorlage von Planungsdaten oder eines Messprotokolls des Lasttests als Anhang zum Energieeffizienzbericht darlegen, dass die Anforderung an die Jahresarbeitszahl eingehalten wird. Weiterhin muss der JAZ-Wert auf Grundlage von Messungen spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums nachgeliefert werden. Der Auditor muss die Plausibilität der Berechnung bestätigen.

3.2.7 Power Usage Effectiveness (PUE)

Die Power Usage Effectiveness (PUE) ist ein Maß für die Energieeffizienz der Rechenzentrums-Infrastruktur.

  • Die Bestimmung des PUE-Wertes muss entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-2 als PUE der Kategorie 2 (PUE2, Mittlere Auflösung) oder gleichwertig erfolgen.
  • Energie, die für das Auskoppeln von Abwärme genutzt wird (beispielsweise Wärmepumpenbetrieb zum Anheben des Temperaturniveaus und Pumpen zum Betrieb von Wärmenetzen), geht nicht in die Berechnung des PUE ein. Entsprechende Zähler müssen vorhanden sein.
  • Das Ende des Bilanzzeitraums zur Bestimmung des PUE darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.
  • Die Power Usage Effectiveness (PUE) des Rechenzentrums darf abhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rechenzentrums folgende Werte auch während der Dauer der Zeichennutzung im Jahresdurchschnitt nicht überschreiten:

Tabelle 2: Mindestanforderung für Power Usage Effectiveness

Inbetriebnahme des Rechenzentrums

PUE

01.01.2019 oder später

PUE ≤ 1,30

Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018

PUE ≤ 1,50

31.12.2014 oder früher

PUE ≤ 1,60

 

Ausnahme 1: Neu errichtete Rechenzentren sind nach ihrer Inbetriebnahme oft noch nicht vollständig ausgelastet. Daher gelten für die ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die in Tabelle 3 genannten abweichenden Mindestanforderungen für den PUE. Diese Ausnahmen gelten jeweils für den Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes. Sowohl bei der Antragstellung als auch während der Nutzung des Umweltzeichens können die Ausnahmen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Beginn des Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes nicht länger als 2 Jahre zurückliegt.

Tabelle 3: Ausnahme PUE für neu in Betrieb genommene Rechenzentren

Inbetriebnahme des Rechenzentrums

PUE

Vor weniger als 1 Jahr (Inbetriebnahme < 1 Jahr)

PUE ≤ 1,50

Vor weniger als 2 Jahren (1 Jahr ≤ Inbetriebnahme < 2 Jahre)

PUE ≤ 1,40

Ab 2 Jahre vor Antragstellung (Inbetriebnahme ≥ 2 Jahre)

Siehe Tabelle 2

Ausnahme 2: Von der Erfassung des PUE-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese neuen Rechenzentren müssen bei der Antragstellung den nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme erwarteten PUE-Wert auf Grundlage von Planungsdaten nach DIN EN 50600 eines qualifizierten Fachplaners ermitteln, bei denen für die Berechnung des PUE-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird. Diese Planungsergebnisse müssen im Energieeffizienzbericht (vgl. Abschnitt 3.1.2) dokumentiert werden.  Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 3 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert die Berechnung der Power Usage Effectiveness (PUE) im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zum Vertrag. Wird eine der Ausnahmen in Anspruch genommen, müssen dem Auditor die oben genannten Unterlagen vorgelegt werden und dieser muss die Plausibilität der Berechnung bestätigen. Wird bei der Antragstellung von der Ausnahme 2 Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Die Power Usage Effectiveness (PUE) ist ein Maß für die Energieeffizienz der Rechenzentrums-Infrastruktur.

  1. Die Bestimmung des PUE-Wertes muss entsprechend der Norm DIN EN 50600-4-2 als PUE der Kategorie 2 (PUE2, Mittlere Auflösung) oder gleichwertig erfolgen.
  2. Strom für den Wärmepumpenbetrieb ausgekoppelter Wärme muss rausgerechnet werden. Entsprechende Zähler müssen vorhanden sein.
  3. Das Ende des Bilanzzeitraums zur Bestimmung des PUE darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung nicht länger als drei Monate zurückliegen.
  4. Die Power Usage Effectiveness (PUE) des Rechenzentrums darf abhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rechenzentrums folgende Werte auch während der Dauer der Zeichennutzung nicht überschreiten:

Tabelle 1: Mindestanforderung für Power Usage Effectiveness

Inbetriebnahme des RechenzentrumsPUE
01.01.2019 oder späterPUE ≤ 1,30
Zwischen 01.01.2015 und 31.12.2018PUE ≤ 1,50
31.12.2014 oder früherPUE ≤ 1,60

Ausnahme 1: Von der Erfassung des PUE-Wertes über einen Messzeitraum von zwölf Monaten sind neue Rechenzentren ausgenommen, deren Inbetriebnahme bei Antragstellung weniger als 15 Monate zurückliegt. Diese Rechenzentren müssen bei der Antragstellung den nach 12 Monaten nach der Inbetriebnahme erwarteten PUE-Wert auf Grundlage von Planungsdaten nach DIN EN 50600 eines qualifizierten Fachplaners ermitteln, bei denen für die Berechnung des PUE-Wertes der erwartete Ausbauzustand nach 12 Monaten nach Inbetriebnahme angesetzt wird. Diese Planungsergebnisse müssen im Energieeffizienzbericht (vgl. Abschnitt xxx) dokumentiert werden.

Wird von dieser Ausnahme bei Antragstellung Gebrauch gemacht, so muss der Antragsteller spätestens 15 Monate nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums die Messwerte zur Ermittlung des PUE-Wertes für einen Bilanzzeitraum von zwölf Monaten entsprechend den oben genannten Messregeln ergänzend vorlegen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen aus Tabelle 1 müssen durch die Messergebnisse bestätigt werden.

Ausnahme 2: Neu errichtete Co-Location-Rechenzentren sind nach ihrer Inbetriebnahme oft noch nicht vollständig ausgelastet. Daher gelten für die ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme des Rechenzentrums (siehe Abschnitt xxx Anforderungen während der Laufzeit) die in Tabelle 2 genannten abweichenden Mindestanforderungen für den PUE. Diese Ausnahmen gelten jeweils für den Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes. Sowohl bei der Antragstellung als auch während der Nutzung des Umweltzeichens (vgl. Abschnitt xxx Anforderungen während der Laufzeit) können die Ausnahmen nur in Anspruch genommen werden, wenn der Beginn des Berichtszeitraum des Energieeffizienzberichtes nicht länger als 2 Jahre zurückliegt.

Tabelle 2: Ausnahme PUE für neu in Betrieb genommene Rechenzentren

Inbetriebnahme des RechenzentrumsPUE
Vor weniger als 1 Jahr (Inbetriebnahme < 1 Jahr)PUE ≤ 1,50
Vor weniger als 2 Jahren (1 Jahr ≤ Inbetriebnahme < 2 Jahre)PUE ≤ 1,40
Ab 2 Jahre vor Antragstellung (Inbetriebnahme ≥ 2 Jahre)Siehe Tabelle 1

3.2.6 Anforderungen an RZ-Dienstleister

Vermietet ein RZ-Betreiber IT-Fläche oder IT-Hardware im Rechenzentrum an Dritte (beispielsweise an Co-Location-Kunden, Hosting-Kunden) oder stellt diese Dritten anderweitig zur Verfügung (beispielsweise Überlassung von IT-Fläche oder IT-Hardware im Rahmen von Kooperationsverträgen), dann gelten für den Antragsteller zusätzlich die nachfolgenden Anforderungen 3.2.6.1, 3.2.6.2 und 3.2.6.3. Zur Unterscheidung wird der RZ-Betreiber in diesen Abschnitten „RZ-Dienstleister“ genannt, die vertraglich verbundenen IT-Betreiber werden „IT-Kunden“ genannt.

3.2.5 Öffentlich zugängliche Informationen

Der Antragsteller veröffentlicht jährlich mindestens folgende Informationen:

  • Power Usage Effectiveness (PUE) gemäß DIN EN 50600-4-2
  • Cooling Efficiency Ratio (CER) gemäß DIN EN 50600-4-7
  • Energy Reuse Factor (ERF) gemäß DIN EN 50600-4-6
  • Water Usage Effectivenes (WUE) gemäß DIN EN 50600-4-9 (ggf. gemäß Normentwurf)

Nachweis

Der Antragsteller bestätigt die Einhaltung dieser Anforderung und nennt den Ort der Veröffentlichung (z.B. Internet-Adresse).

3.2.4 Erneuerbare Energien

Das Rechenzentrum muss seinen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse decken.

Ausnahme: Von dieser Anforderung kann abgewichen werden, wenn der Antragsteller die Energie zum Betrieb des Rechenzentrums nicht direkt von einem Energieversorgungsunter­nehmen (EVU) bezieht, sondern von einem Dritten, wie zum Beispiel einem Gebäudevermieter oder einer wirtschaftlich getrennten Unternehmenseinheit, mit dem der RZ-Betreiber einen Liefervertrag abgeschlossen hat. Die Ausnahme ist nur dann möglich, wenn das Rechenzentrum einen jährlichen Anteil von nicht mehr als 20 Prozent der vom EVU an diesen Dritten insgesamt gelieferten Energiemenge verwendet. Für die dann im Rechenzentrum genutzte elektrische Energie, die nicht aus erneuerbaren Energien stammt, müssen bei Inanspruchnahme der Ausnahme während der Nutzung des Umweltzeichens durch den RZ-Betreiber Kompensations­zertifikate beschafft werden, um die CO2-Emissionen zur Herstellung des nicht-erneuerbar erzeugten Stroms bilanziell auszugleichen. Für die Zertifikate gelten Mindestanforderungen an deren Qualität, die im Anhang A.3 dokumentiert sind. Die Kompensationszertifikate müssen zusammen mit dem Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation (siehe Abschnitt 3.1.3) vor Ende der Vertragslaufzeit vorgelegt werden.

Nachweis

Der Antragsteller legt gegenüber dem Auditor geeignete Nachweise vor (z.B. Stromliefervertrag, Power Purchase Agreement (PPA), Nachweis aus dem Herkunftsnachweisregisters des Umweltbundesamtes, Stromkennzeichnung nach §42 Energiewirtschaftsgesetz, Eigentumsbescheinigung von Erzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien). Für den Fall, dass die Ausnahme in Anspruch genommen wird, legt der Antragsteller dem Auditor geeignete Nachweise vor, die bestätigen, dass der Anteil am jährlich vom EVU gelieferten Stromverbrauch höchstens 20 Prozent beträgt (z.B. Rechnung über Gesamtliefermenge vom EVU und Monitoring des RZ-Unterzählers) und bestätigt die Einhaltung der in der Ausnahme genannten Anforderungen in Anlage 1 zum Vertrag.


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Das Rechenzentrum muss seinen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft oder Biomasse decken.

Nachweis

Der Antragsteller legt gegenüber dem Auditor geeignete Nachweise vor (z.B. Stromliefervertrag,  Power Purchase Agreement (PPA), Nachweis aus dem Herkunftsnachweisregisters des Umweltbundesamtes, Stromkennzeichnung nach §42 Energiewirtschaftsgesetz, Eigentumsbescheinigung von Erzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien).
Die Vorlage von sogenannten Kompensationszertifikaten, mit denen die Treibhausgasemissionen der Stromerzeugung aus nicht-erneuerbaren Energien verrechnet werden, gilt nicht als geeigneter Nachweis.

3.2.3 Inventarliste Kältetechnik und Energieversorgung

Der Antragsteller legt eine Inventarliste vor, in der die im Rechenzentrum eingebauten Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) aufgelistet sind.

Die Inventarliste muss mindestens folgende Komponenten und deren wesentlichen Eigenschaften beinhalten:

  • Komponenten der Kältetechnik
  • USV-Anlagen
  • Elektrische Schaltanlagen
  • Netzersatzanlagen (inkl. Treibstofflager)

Bei Neuanschaffungen schreibt der Zeichennehmer die Inventarliste fort und dokumentiert in dieser den aktuellen Bestand.

Nachweis

Der Antragsteller legt als Anlage x zum Energieeffizienzbericht eine Inventarliste vor, in der die im Rechenzentrum verbauten Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) aufgelistet sind.

3.1.1 Energiemanagementsystem

Der Antragsteller bestätigt, dass er für das Rechenzentrum oder für den Teilbereich, den er verantwortet, über ein Energiemanagementsystem verfügt. Dieses soll in Anlehnung an DIN EN 50600-3-1, DIN EN ISO 50001[1] oder an EMAS III[2] erfolgen.
Das Energiemanagementsystem muss mindestens folgende Punkte beinhalten:

  • Schriftlich fixierte Energiestrategie.
  • Zuständigkeiten zur Optimierung der Energienutzung sind klar geregelt.
  • Es wurde ein Messkonzept zum Monitoring von Effizienzkennzahlen umgesetzt.
  • Es gibt definierte Effizienzsteigerungsziele und deren Erreichung wird überprüft.
  • Energiesparmaßnahmen werden bereichsübergreifend (IT-Beschaffung, IT-Betrieb, Gebäudemanagement, Energie Controlling, Einkauf und ggf. Vertrieb) betrachtet und entwickelt.
  • Kontinuierlicher Verbesserungsprozess zur Optimierung der Energienutzung ist vorhanden.
  • Bei allen Neuanschaffungen von Geräten, Anlagen und dessen Komponenten werden deren Lebenszykluskosten („total cost of ownership“) berechnet und bei der Einkaufsentscheidung angemessen berücksichtigt.
  • Bei Neuanschaffungen werden, wenn vorhanden, die Kriterien des Umweltzeichens Blauer Engel (z.B. Blauer Engel DE-UZ 213 für Server und Speichersysteme) oder vergleichbare Umweltkennzeichnungen (z.B. Energy Star, TCO, oder EPEAT) bei der Einkaufsentscheidung angemessen berücksichtigt.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 das Energiemanagementsystem mit spezifischen Informationen zu den oben genannten Punkten.

[1]              DIN EN ISO 50001: Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

[2]              Verordnung (EG) Nr. 121/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Nov. 2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystems für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung: ABl. EG Nr. L 342, S. 1, 22.12.2009


Alte Version (Stand: Mai 2022)

Der Antragsteller bestätigt, dass er über ein Energiemanagementsystem verfügt. Dieses soll in Anlehnung an DIN EN ISO 50001[1] oder an EMAS III[2] erfolgen. Das Energiemanagementsystem muss mindestens folgende Punkte beinhalten:

  • Schriftlich fixierte Energiestrategie.
  • Energiesparmaßnahmen werden bereichsübergreifend (IT-Beschaffung, IT-Betrieb, Gebäudemanagement, Energie Controlling, Einkauf und ggf. Vertrieb) betrachtet und entwickelt.
  • Zuständigkeiten zur Optimierung der Energienutzung sind klar geregelt.
  • Kontinuierlicher Verbesserungsprozess zur Optimierung der Energienutzung ist vorhanden.
  • Es gibt definierte Effizienzsteigerungsziele und deren Erreichung wird überprüft.
  • Berücksichtigung von Lebenszykluskosten bei allen Neuanschaffungen von Geräten, Anlagen und dessen Komponenten.
  • Messkonzept zum Monitoring von Effizienzkennzahlen.

Nachweis

Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und dokumentiert im Energieeffizienzbericht in Anlage 2 zum Vertrag das Energiemanagementsystem anhand der Informationen zur Energiestrategie des Unternehmens, Effizienzsteigerungsziele, Optimierungsmaßnahmen, Verant­wortlichkeiten sowie Monitoring.

[1]             DIN EN ISO 50001: Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung

[2]             Verordnung (EG) Nr. 121/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Nov. 2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystems für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung: ABl. EG Nr. L 342, S. 1, 22.12.2009

Diskussion: Unternehmen ab einem bestimmten Energieverbrauch werden voraussichtlich zukünftig gesetzlich dazu verpflichtet, ein Energiemanagementsystem einzuführen. Wenn dies verpflichtend ist, reicht der Verweis auf die letzten zwei Punkte:

  • Berücksichtigung von Lebenszykluskosten bei allen Neuanschaffungen von Geräten, Anlagen und dessen Komponenten.
  • Messkonzept zum Monitoring von Effizienzkennzahlen.

Alternativ:

  • ein Energiemanagement nach EN 50600-3-1 und
  • ein Messkonzept nach EN 50600 mit Granularitätsniveau 2

3 Vergabekriterien

Da das Umweltzeichen sowohl an Betreiber von technischer Gebäudeausrüstung (TGA) in Rechenzentren („RZ-Betreiber“) als auch an Betreiber von Informationstechnik („IT-Betreiber“) vergeben wird, wird bei den Vergabekriterien in die Zuständigkeitsbereiche der Betreiber unterschieden.

  • Die Anforderungen in Abschnitt 3.1 „Anforderungen für alle Antragsteller“ müssen durch alle Antragsteller erfüllt werden.
  • Die Anforderungen in Abschnitt 3.2 „Anforderungen an RZ-Betreiber“ müssen von Betreibern von technischer Gebäudeausrüstung (TGA) in Rechenzentren erfüllt werden.
  • Die Anforderungen in Abschnitt 3.3 „Anforderungen an IT-Betreiber“ müssen von jenen Antragstellern erfüllt werden, die Verantwortung für den Betrieb von Informationstechnik haben. Dies sind beispielsweise Betreiber von Unternehmens-Rechenzentren sowie Betreiber von Informationstechnik innerhalb eines zertifizierten Co-Location-Rechenzentrums sowie Betreiber eines gemischt genutzten Rechenzentrums für jenen Teil der Informationstechnik (z.B. Netzwerktechnik oder Speichersysteme), der im Verantwortungsbereich des Antragstellers liegt.

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Vergabekriterien nach Art der Anforderung, Zuordnung zum Verantwortungsbereich und Zeitpunkt des Nachweises.
Die eigentlichen Kriterien sind in den angegebenen Abschnitten ausformuliert.

Tabelle 1: Übersicht über die Vergabekriterien

Anforderung Abschnitts-nummer in diesem Dokument RZ-Betreiber IT-Betreiber Vor oder zur Antragstellung Während der Laufzeit
Gute Unternehmenspraxis
Energiemanagementsystem 3.1.1 X X Prozess etablieren X
Messkonzept technische Gebäudeausrüstung (TGA) 3.2.1 X Installieren
Monitoring Strom, Klima, Wasser 3.2.2 X Prozess etablieren X
Erstellen einer TGA-Inventarliste 3.2.3 X Erstellen Aktualisieren
Erstellen einer IT-Inventarliste 3.3.1 X Erstellen Aktualisieren
Monitoring der IT-Last 3.3.2 X Prozess etablieren X
Reuse-Management 3.3.4 X Prozess etablieren X
Energieeffizienzberichte
Energieeffizienzbericht bei Antragstellung 3.1.2 X X Erstellen
Energieeffizienzbericht zur Abschlussevaluation 3.1.3 X X X
Vertragliche Anforderungen
Erneuerbare Energien 3.2.4 X Vertraglich vereinbaren X
Öffentlich zugängliche Informationen 3.2.5 X Bereitstellen X
Monatliche Informationspflichten 3.2.6.1 X Prozess etablieren X
Finanzielle Anreize zum Energiesparen 3.2.6.2 X Prozess etablieren X
Beratungsangebot zu Energieeinsparmöglichkeiten 3.2.6.3 X Prozess etablieren X
Kontinuierliche Effizienzanforderungen
Power Usage Effectiveness (PUE) 3.2.7 X 12 Monate messen X
Energieeffizienz des Kühlsystems (CER) 3.2.8 X 12 Monate messen X
Mindestauslastung von Servern 3.3.3 X 12 Monate messen X
Klimaschädliche Chemikalien
Elektrische Schaltanlagen 3.2.11 X Installieren X
Kältemittel 3.2.9 X Installieren X
Bauliche Anforderungen
Abwärmenutzung 3.2.10 X Installieren X
Flächeneffizienz 3.2.12 X Berechnen
Anforderungen an Neuanschaffungen
Technische Gebäudeausrüstung 3.2.13 X Prozess etablieren X

Quelle: Eigene Darstellung